Visuelle Kommunikation
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In der visuellen Kommunikation werden m. E. Fragen der Gebrauchstauglichkeit weiterhin wenig beachtet. Der Betrachter ist aber auch – zwar meist vermittelt – Benutzer. Offenbar ist dies etwa bei Leitsystemen oder Formularen. Ich glaube, dass in der Überlieferung des Wissens und in der Designpraxis Gebrauchsfragen zwar behandelt werden, allerdings implizit. Sie kommen nicht als solche zum Vorschein, da die traditionellen Formate gar keine Gebrauchsfragen aufzuwerfen scheinen, wenn sich deren Gebrauch etwa über Konventionen gefestigt hat. Daraus folgt auch, dass das entsprechende Vokabular wenig ausgebildet ist.

In Edward Tuftes Werk ist der Gebrauch in der visuellen Kommunikation thematisiert, allerdings mit wenig empirischen Befunden. Am weitesten entwickelt ist die Theorie und Methodik zur Untersuchung von Gebrauchsfragen sicherlich im Feld der Human-Computer Interaction (HCI).

* Welches theoretische Inventar ließe sich aus dem Theoriegebäude der visuellen Kommunikation übernehmen?
* Was könnte von der HCI in die visuelle Kommunikation übernommen werden? Was müsste ergänzt werden?
* Welche Widerstände/Widersprüche gibt es zur Gebrauchstauglichkeit? (Kunstanspruch der visuellen Kommunikation, Corporate Design Vorschriften)

Hat jemand Interesse, das zu diskutieren und vielleicht einen Konferenzbeitrag mit mir daraus zu machen? Etwa bei der Usability Professionals 2010 (Abstract Deadline -- verlängert: 30.11.09. )

Grüße von Jan-Henning / TU Dresden
02.10.2009 um 17:07 Uhr

Visuelle Kommunikation bezeichnet jede Form bildlicher Mitteilung (Aicher 1994), meist mit dem Sinn eine in ihrer Wirkung verstärkte Mitteilung vorzunehmen (Byfield 2008).

Damit umfasst der Begriff der Visuellen Kommunikation zunächst einmal Prozesse und hervorgebrachte Artefakte, verschiedener gestalterischer und künstlerischer Disziplinen wie Grafik Design und Typografie, Illustration, Fotografie, Film und Video, Inferface- oder Austellungsdesign. Doch auch Produktdesign besitzt eine kommunikative Dimension (Karmasin 2004).

Die Fachgruppe Visuelle Kommunikation möchte Dichotomien wie Kommunikation vs. Produktion, zwei- vs. dreidimensionale oder materielle vs. immaterielle Gestaltung hinter sich lassen. Im Fokus der Fachgruppe steht der kommunikative Vorgang im Design und damit die wissenschaftliche Reflexion von Artefakten und/oder Prozessen die zu Artefakten optischer Kommunikation führen. Immer dann, wenn gestalterische Vollzüge visuell wahrnehmbare und damit auch kommunikative Artefakte hervorbringen, wird die Forschungsperspektive der Visuellen Kommunikation berührt.

Wissenschaftliche Projekte und Arbeitsvorhaben, die sich innerhalb des skizzierten Spannungsfeldes bewegen, finden in dieser Gruppe einen Ort des fachlichen Austauschs. Hierzu gehört die Möglichkeit wissenschaftliche Projekte bzw. Vorhaben vorzustellen und Erkenntnisse, Fragen oder Schwierigkeiten mit anderen teilen zu können.

Die Fachgruppe versteht sich als interdisziplinäre Plattform. Mitglieder aus hermeneutischen wie empirischen Fachrichtungen sind herzlich eingeladen!



11.06.2009 um 13:15 Uhr
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