John Roberts: Die Notwendigkeit von Irrtümern
In seiner Betrachtung der Notwendigkeit von Irrtümern geht Roberts der Rolle und Funktionsweise von Irrtümern in so unterschiedlichen Feldern wie der Praxis revolutionärer Bewegungen, der Erkenntnistheorie oder der Psychoanalyse als quasi Freud’schen Versprechern des historischen Prozesses nach. Roberts macht nachvollziehbar, warum Theoretiker des 20. Jahrhunderts auf den Gedanken kommen konnten, Hegels Phänomenologie des Geistes sei ein zum Schreien komisches Buch: Hegel und Roberts auf dessen Spuren entziehen dem selbstbewussten und von seiner Souveränität überzeugten Subjekt der dialektisch aufgeklärten Welt sanft, aber bestimmt den Boden unter den Füßen. Der Autor begreift diejenigen, die Irrtümer begehen, als innerhalb historisch bestimmter Wahrheitshorizonte Denkende und Handelnde: Wir können, wie Hegel sagt, unsere Welt und unser Handeln in ihr nur aus der Retrospektive verstehen. Im Spannungsfeld zwischen objektiven Kräften und subjektivem Wissen und Wollen treiben bei Roberts Akteure die Geschichte voran, die sich nicht im Vollbesitz ihrer selbst befinden: Es sind Subjekte-die-keine-Subjekte-sind.

Verlag: Laika
Preis: 26.00 Euro
20.01.2016 um 12:26 Uhr

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