Visuelle Kommunikation
2

“Let me state this for the record: The internet is not dead. Digital will not disappear. Print will not kill the web. It’s easy to forget that when physical books were invented, news websites ignored them, and then laughed at them as a niche pursuit for geeks."

Ausstellung und Buchpublikation
Fully Booked: Ink on Paper = aktuelles Buch- und Coverdesign

bis 21. April 2013
Gestalten Space, Sophie-Gips-Höfe, Sophienstraße 21, 10178 Berlin

"Now here we are and the same journalists are declaring the death of Internet, as the hype and excitement surrounding print and paper travels inexorably around the world. News companies have even rushed into creating news-papers, long before any clear business model has emerged to pay for them. We are in a print world now.”

http://news.gestalten.com/event/fully-booked-ink-paper


21.03.2013 um 10:29 Uhr
MoMA PS1
22-25 Jackson Ave. at the intersection of 46th Ave.
Long Island City, NY 11101

Through April 1, 2013

Founded by Vinca Kruk and Daniel van der Velden in 2007 as a design and research studio, Metahaven has come to define a new methodology in graphic design. The studio’s speculative practice privileges the vocabulary of graphic design as a means of knowledge production, using it as a tool to analyze organizational models and power structures. Investigating political and economic design—including nation branding and logo production—in relation to statehood, currency and information networks, Metahaven places particular emphasis on transparency and visibility.

http://momaps1.org/exhibitions/view/368
http://metahaven.net

12.02.2013 um 15:22 Uhr
Die Geschichte des Buchdrucks, der Schreibmaschine, der Schrift sowieso, ist geschrieben. Es fehlte noch eine der "elektronischen" Textverarbeitung. Nun ist sie da: Till A. Heilmanns "Textverarbeitung. Eine Mediengeschichte des Computers als Schreibmaschine". Heilmanns historischer Abriss beginnt mit der Entwicklung der maschinenunabhängigen, höheren Programmiersprachen, die dem Computer sozusagen Vor-Schriften machten. Dann widmet er sich der Entwicklung des Computers, vom Monstrum mit bescheidenen Eingabemöglichkeiten zum eigenständigen Mini-Computer. Um schließlich bei der Textverarbeitung wie wir sie heute kennen zu enden. Damit hat er den Beweis erbracht, "wie voraussetzungsreich das Ensemble von Techniken ist, das man gemeinhin als Textverarbeitung bezeichnet." (S. 195)

Das ist für Designer und Designforscher deshalb interessant, weil Alltagstypografie im Medium der Textverarbeitung massenhaft erstellt wird. Ein Bereich in dem viele Designentscheidungen dem Nutzer abgenommen werden.

Heilmann (2012). Textverarbeitung. Eine Mediengeschichte des Computers als Schreibmaschine. Bielefeld: Transcript.

http://www.transcript-verlag.de/ts1333/ts1333.php


01.02.2013 um 14:33 Uhr
Ein Rückblick auf 2012 aus der Themengruppe Visuelle Kommunikation.

THE END OF PRINT
Diesmal aber wirklich. Denn die Tablets erobern den Markt. Das heißt, Global Players konkurrieren mit ihren Geräten um unsere Kaufkraft. Bislang hatte „Print“ noch einen Vorsprung: Die höhere Auflösung. Nun schwindet auch dieser Vorsprung schnell und sicher, denn die neuen Endgeräte haben Pixeldichten um die 300 ppi.

Es sind aber nicht nur die Geräte, die die großen Player verkaufen wollen. Sie bieten alle ein mehr oder weniger geschlossenes System dazu an, um Inhalte zu verkaufen. Content ist gefragt und Grafikdesigner werden hiermit zu tun haben. Dieser Content muss wiederum in die verschiedenen Systeme und Formate passen. „Responsive Design“ ist der dazugehörige Ansatz.

END OF PRINT heißt in Deutschland konkret: die Aufgabe der Financial Times Deutschland Anfang Dezember, die Insolvenz der Frankfurter Rundschau und das Ende des Boulevardblatts Nürnberger Abendzeitung. Das macht einige hundert Arbeitslose. Stellenstreichungen gibt es auch bei vielen anderen Blättern. Die, die bleiben werden mehr Arbeit haben.

Wie zum trotz gründen sich an Hochschulen und im künstlerischen Bereich unabhängige Selbstverlage, die Bücher herausgeben. Sie treffen sich auf Messen – auf der ABOUT in Mainz (Mai 2012) und auf der Offprint in Paris (November 2012). Die diesjährige Grafik-Biennale in Brno (Tschechien) war im Grunde auch eine Show der Kleinst-Verlage. In dieser Nische, in der Grafiker zu Künstlern werden und Künstler zu Grafikern kann sich das gebundene, papierene Buch wohl noch ein Weilchen halten. Was macht ein Buch zum Buch? Das Institut für Buchforschung an der Fachhochschule Dortmund wird diese Frage sicher bearbeiten, wenn die Gründung gelingt.

MINIMAL FOR ALL
2012 gab es auch einige Änderungen bei Corporate Designs von großen Unternehmen. Ebay hat seinem lustigen Logo das Tanzen verboten. Die zweitgrößte Zeitung Amerikas, USA Today hatte eigentlich schon ein sehr reduziertes Logo. Nun ist da nur noch ein blauer Kreis. So konsequent war der Nachrichtensender Euronews schon 2008 (weißer Kreis). Warum dieser Trend? Nach der Logik der Mode lösen diese minimalistischen Erscheinungsbilder die mit allerlei Effekten in den Raum greifenden Web 2.0- und Automobillogos ab. Aber vielleicht kann man es am besten am Beispiel von Microsofts neuem Kachel-Design erklären. Der Anspruch der Unternehmen, den Markt (wieder) zu beherrschen wird größer. Und die Systeme in denen das Corporate Design wirken muss, werden komplexer. Da sind klare Ansagen nötig.



MINIMAL FOR ALL macht in Deutschland der Discounter Penny. Nicht nur in Sachen Lebensmitteln, sondern auch im Design. Wenn man es recht besieht sind die visuellen Identitäten der Discounter schon immer sehr reduziert gewesen. Günter Fruhtrunk, ein Vertreter der konkreten Kunst lieferte 1970 das Motiv für die Aldi-Tüte (Nord).



Damit sind wir bei der Kunst, wo der Minimalismus 2012 auf die Spitze getrieben wurde. Leftloft aus Mailand verordnen der Kunstausstellung Documenta nur noch eine Regel in Sachen Groß- und Kleinschreibung: dOCUMENTA (13) und fertig ist das Logo. Die Schriftwahl ist frei. Noch nennenswert minimalistisch geben sich seit 2012 auch die Berliner Festspiele und das Theater Bremen. Sehr konsequent geht es auch bei Mevis & Van Deursens Corporate Design für das Stedelijk Museum Amsterdam zu. Viele Designer kommen da nicht mehr mit. Es wirkt wie ein Rückgriff auf das Grafikdesign im Kunstbereich der Vor-DTP Ära. Das ist ironisches Anti-Design, das der Hochkultursphäre ganz gut steht. Der Konzeptkünstler Lawrence Weiner, der hier Vorbild zu sein scheint, hat sich auch nie um gute Typografie geschert.


Lawrence Weiner 1975 – Foto: Jürgen Wesseler

P.S. Dieser Überblick wäre nicht möglich ohne die dokumentarische Arbeit von Achim Schaffrinna im Designtagebuch. Danke!

FORSCHUNG
Und die eigentliche Forschung? Da gibt es zum einen Doktorarbeiten:



Björn Ganslandt: Widerspenstige Drucksachen. Störung und Diagrammatik in der digitalen Typografie 1985-1995. Gießen: GEB, 2012.

Er „untersucht Magazine aus der ersten Welle des Desktop-Publishings, die bewusst mit [dem] Dogma der Transparenz brechen, und zeigt, wie Störung [...] als semantisch produktive Größe eingesetzt wird.“ Diagrammatik ist hier ein Schlüsselbegriff, der v.a. das Bildhafte der Typografie meint. In der Bildwissenschaft schwer in Mode, wird die Diagrammatik für die Forschung in der Visuellen Kommunikation sicher bedeutsamer, da mit ihr die Bild/Text-Schranke zu heben ist.
http://widerspenstige-drucksachen.de/



Jan-Henning Raff: Lernende als Designer. Untersuchungen zum Alltagsdesign in der Lerntätigkeit. Dresden: TUDpress, 2012.

Dies ist insofern auch ein Beitrag zur Visuellen Kommunikation, da hier die Entstehung von typografischen Anordnungen und Bildern im Lernprozess von (Nicht-Design-) Studierenden im Alltag untersucht wird.
http://www.tudpress.de/2009TUDpress/product_info.php?products_id=750

Und dann gab es da noch eine neue Ausgabe von Iridescent, dem open access Design Research Journal der ICOGRADA (International Council of Communication Design). Das hat lange gedauert. Iridescent ist eine der wenigen wissenschaftlichen Zeitschriften im Kommunikationsdesign.
http://iridescent.icograda.org/journal.php

Im Mai fand in Mainz die Fünfte Jahrestagung der Gesellschaft für Designgeschichte zum Thema "Typografie und Macht" statt. DGTF-Mitglied Andreas Koop erläuterte "Die Macht der Schrift".
http://www.schrift-macht-welten.de/



Die Macht der Schrift ist auch der Titel des neuen Buchs von Andreas Koop. Im ersten Teil bietet es einen Überblick zur Designforschung heute. Im zweiten Teil beschreibt Koop staatliche Drucksachen vom 8. Jhd. bis heute und stellt Überlegungen zum Zusammenhang von gestalterischen und politischen Maßnahmen an.
http://www.niggli.ch/buecher/items.php?cat=4



Um solche Forschung zu betreiben braucht es Zugang zu den Quellen. Ein reiches Quellenwerk zur Typografie in Deutschland bietet Texte zur Typografie – Positionen zur Schrift, herausgegeben von Petra Eisele und Isabel Naegele. Ausgangspunkt für diese Publikation war eine Ausstellung in Mainz – http://www.on-type.de/. Im Buch sind 222 Texte zur Typografie von 1900 bis 2011 versammelt. Und da die Typografie dieser Texte natürlich wichtig ist, sind diese als Faksimile abgebildet.
http://www.niggli.ch/buecher/items.php?cat=4

Das war’s für 2012. War’s das? Ergänzungen und Kommentare willkommen!

21.12.2012 um 13:01 Uhr

7. bis 21. Dezember 2012
Werkhalle Union Gewerbehof

Rheinische Str. 143

44147 Dortmund

Öffnungszeiten:
Täglich von 12 bis 18 Uhr
Montags geschlossen

Gesprächsrunde Dialoge über Bücher
Werkhalle Union Gewerbehof

Rheinische Str. 143

44147 Dortmund
7. Dezember 2012

Anmeldung unter:
anmeldung@buchlabor.net

http://buchlabor.net/de/veranstaltungen/termine

29.11.2012 um 13:18 Uhr
2

Willkommen !



Bitte bestätigen Sie die Kenntnissnahme der Nutzungsbedingungen .