Dokumentation

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REASSEMBLING RELATIONSHIPS: PEOPLE, SYSTEMS, THINGS

Am 16. und 17. Oktober 2015 kamen rund 190 Besucher/-innen an die FH Potsdam zur 12. Jahrestagung der DGTF. In Vorträgen und Workshops ging es um eine Diskussion über die kontinuierliche Verflechtung von Technologie in das Gewebe unseres alltäglichen Lebens.

Welche Art von Beziehungen führen wir mit diesen Mit-Akteuren, in welchen neuen Positionen finden wir uns wieder? Helfen diese Dinge uns besser zu organisieren oder übernehmen sie bereits auch das Urteilen und Fühlen für uns? Stehen wir noch im Zentrum des sozialen Algorithmus oder werden wir zu Stromversorgern der Gadgets?

Auf der Facebook Seite zur Tagung finden Sie erste Impressionen:

www.facebook/dgtf2015

In Kürze stellen wir eine Ausfürhliche Dokumentation mit Videos der Vorträge hier Online.

Die Keynotes hielten:

Jamie Allen, Critical Media Lab Basel, Copenhagen Institute of Interaction Design
Florian Pfeffer, studio one/one
Gesche Joost, Design Research Lab Berlin

Einen genauen Einblick in das Programm finden sie auf der Tagungswebsite:

conference.dgtf.de

Hier finden Sie den Ausführlichen Call for Papers zum Donwload:

Call for Papers / Deutsch
Call for Papers / Englisch

FOTODOKUMENTATION



KEYNOTES

Jamie Allen sprach über eine kritische Herangehensweise im Umgang mit Medien, Kunst und Design- Forschung. In seinem Vortrag untersuchte er die Infrastrukturen technologischer Ideen und Zukunftsvisionen. Zudem stellte er sein Projekt “My Holy Nacho” vor, ein transnationales und transaktives Kunstprojekt zweier Künstler,die sich der Lückenhaftigkeit elektronischer Medien bedienen, um ein Objekt in fortlaufenden, bewusst miskommunizierten Prozessen, in ein skulpturales Kunstwerk zu modifizieren.

Jamie Allen: Keynote from DGTF on Vimeo.


Florian Pfeffer gab den Hörern mit “Dilemmas, Citizens und der Stein 4.0” eine Zukunftsprognose über die Einflüsse des Internets der Dinge auf unsere gesellschaftlichen Strukturen. Dabei rekonstruierte Florian Pfeffer zunächst die Entwicklung des Internets die er anhand persönlicher Nutzererfahrungen, sowie am Beispiel verschiedener Webplattformen abwickelte, um anschließend kritisch die Auswirkung webbasierter Geschäftsmodelle auf gesellschaftliche und politische Strukturen und den urbanen Raum zu erörtern.

Florian Pfeffer: Dilemmas, Smart Citizens und der Stein 4.0 from DGTF on Vimeo.


“Die Digitale Gesellschaft- eine Gestaltungsaufgabe” lautete der Titel unter dem Gesche Joost in ihrem Vortrag die Rolle des Designs und der Designforschung, für einen verantwortungsvollen, gesellschaftlichen Umgang mit technologischen Entwicklungen und Zukunftsprojektionen wie “Big Data” oder dem “Internet of Things” erläuterte. Durch die gestalterische Entwicklung von Alternativen und greifbaren Projektionen auf die Zukunft tragen Designer/-innen und Designforscher/-innen maßgeblich zur Mitbestimmung dessen bei, was im Rahmen technoligischer Entwicklungen wünschenswert sein könnte und welche Entwicklungen es zu verhindern gilt.

Gesche Joost: Die Digitale Gesellschaft - Eine Gesellschaftsaufgabe from DGTF on Vimeo.

Jessica Wildes Beitrag “Von Face-to face zu Interface - Reassembling Urban Studies als eine Designsoziologie der Fürsorge” widmete sich in drei Schritten der Frage, welchen Beitrag die Akteur-Netzwerk-Theorie Lautroscher Prägung zum Thema Urban Design beizutragen hat und stellte die These auf, dass die in der Stadtsoziologie formulierten, kulturkritischen Formeln designsoziologisch reformuliert, bestätigt, wiederlegt oder enddramatisiert werden können.

Jessica Wilde: Face to Face zu Interface from DGTF on Vimeo.


Annika Frye untersuchte in ihrem Vortrag “Digital-Analog / Analog Digital. Postindustrielle Produktionsmanschinen und ihr Einfluss auf die Struktur des Designprozesses”, am Beispiel der neuen Technologie des 3D-Drucks, inwiefern sich der Designprozess durch technologische Entwicklungen verändert. Eine der zentralen Thesen Fryes war die Grenzverwischung zwischen der Welt des Digitalen und des Analogen, die sich durch den Einsatz neuartiger Technologien im Designprozess vollzieht, wobei der Designprozess als netzwerkartiger Zusamenhang zu denken ist, der in designspezifischer Weise organisiert ist.

Annika Frye: Digital/Analog Analog/Digital from DGTF on Vimeo.


Die Prämisse des Vortrags mit dem Titel “Der Umgang mit dem nicht menschlichen Akteur Werbung” von Prof. Dr. Jan-Henning Raff war, dass sich Werbung durch den unindentierten Konsum als eigentständiger Akteur mit parasitären Zügen etabliert, der den Menschen in seiner eigentlichen Tätigkeit behindert oder ablenkt. Es wurden erste Ergebnisse aus explorativen, Qualitativen Studien zum Umgang mit Werbung vorgestellt und diskutiert.

Prof.Dr.Jan Henning Raff: Der Umgang mit dem nicht menschlichen Akteur Werbung from DGTF on Vimeo.


Der Vortrag “Reading the Body: Assesing Emerging Health and Wellness Technologies and Interactions” beschäftigte sich mit neuen Technologien, die mit dem menschlichen Körper interagieren. Hande Işık sprach darüber, inwiefern sich aus den neusten technologischen Entwicklungen neue Positionen und Beziehungen zwischen Mensch und Technologie etablieren. Durch das konstante, im Hintergrund ablaufende Sammeln von Daten verändert sich die Konzeption einer Interaktion zwischen Mensch und Produkt auf grundlegende Art und Weise, denn diese technologischen Entwicklungen verwischen zunehmend die Grenze zwischen der Technologie als Erweiterung des Menschen und dem Menschen als Erweiterung der Technologie.


Mahiye Ann stellte mit “Three Proposals for Cultivating Relationship Literacy” die Frage, wie mit den mannigfaltigen Beziehungen und Abstraktionen, die durch die zunehmende Digitalisierung unserer Umgebung unseren Alltag stetig mehr beeinflussen, umgegangen werden kann. Hierfür analysierte sie in ihrem Vortrag diverse Projekte, die sich mit der Digitalisierung und Technologisierung des Raums beschäftigen, wie beispielsweise das “intelligent house”, aber auch Ideen für die Ausweitung der Technologie und Digitalisierung auf weitere Lebensbereiche. Grundlage der Ausführungen bildete die Behauptung, dass in unserer heutigen Gesellschaft alle grundlegenden, funktionalen Bedürfnisse durch eine Vielzahl and Wahlmöglichkeiten abgedeckt sind, so dass sich Design und Technologie von nun an den an der Spitze der Maslowschen Pyramide stehenden Bedürfnissen zuwenden.

Delfina Fantini van Ditmar hinterfragte unter dem Titel “Unpredictable Subjects at the Center of a Smart Home” kritisch die Rolle des Users in Bezug auf die Nutzung des “Internet of Things” und Smart Home, die dazu tendieren menschliche Akteure zu simplifizieren. Sie ging davon aus, dass der paradigmatische Algorythmus im Feld des “Smart Home” lediglich die Perspektive einer einzigen, dominanten Gruppe reflektiert, die durch die großen Firmen des Sillicon Valley festgelegt und charakterisiert wird und der Komplexität der menschlichen Natur nicht gerecht wird.

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