Details zum Programm


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INFORMATIONEN ZU PARALLELVERANSTALTUNGEN

Da einige Veranstaltungen auf der DGTF Tagung 2016 parallel zueinander stattfinden werden, möchten wir Ihnen durch Kurzbeschreibungen der einzelnen Programmpunkte eine Entscheidungshilfe bieten, welche der Vorträge, Workshops und Diskussionen Sie besuchen möchten.

FREITAG 18. NOVEMBER

15:30 PARALLELVERANSTALTUNG: RESEARCH REFLECTIONS
TRACK I: EDUCATION AND TOOLS und TRACK II: SPACES AND CONSTRUCTS finden parallel zueinander statt.

TRACK I bietet ein breites Spektrum an Vorträgen aus den Bereichen Designlehre und Methoden der Designforschung.
TRACK II behandelt die Wechselwirkung zwischen Raum und Design auf vielfältigen Ebenen, von Architektur bis hin zur Wahrnehmung von Räumen.

18:00 PARALLELVERANSTALTUNG: DISKUSSIONEN | WORKSHOPS
Alle Angebote finden parallel statt.

DISKUSSIONEN

Das Politische im Design
Mod.: Prof. David Oswald, HFG Schwäbisch Gmünd
Viele große historische Design-Bewegungen und -Schulen haben sich als (gesellschafts-) politisch verstanden. Die Gestaltung adressierte die drängenden Probleme der jeweiligen Zeit (z.B. Produktqualität zu Beginn der Industrialisierung, bezahlbarer Wohnraum nach dem Ersten Weltkrieg, Demokratisierung nach dem Zweiten Weltkrieg). Man kann diese Historie einerseits, und berechtigt, als Beleg der permanenten Selbstüberschätzung interpretieren. Oder man nimmt sie zum Anlass, vor diesem Hintergrund das heutige Selbstbild des Designs und seine gesellschaftliche Wirkung abzugleichen. Das Dilemma der Designer: Geht man diese Probleme an, läuft man Gefahr sich zu übernehmen. Geht man sie nicht an, bleibt wenig von der gesellschaftlichen Wirkmächtigkeit des Design – bzw. sie kehrt sich um: Design befeuert die großen Probleme indem es die kleinen löst, indem es – ganz user-centered – alles bequemer und einfacher macht.
Podium: Prof. Dr. Wolfgang Jonas, HBK Braunschweig, Sabine Junginger, PhD, Hochschule Luzern, Andreas Unteidig, Design Research Lab Berlin

Brauchen wir eine organisierte Designdidaktik?
Mod.: Philip Zerweck, Themengruppe Designdidaktik
Die DGTF-Themengruppe Designdidaktik und andere haben nun seit ca. 6 Jahren aktiv die Auseinandersetzung über die Vermittlung von Design an Hochschulen vorangetrieben. Bildung ist in Deutschland Ländersache und die Hochschulen sind in ihrer Lehre innerhalb der genehmigten Curricula frei. Die Hochschulen organisieren im Rahmen ihrer Selbstverwaltung die Designlehre bestmöglich. Andererseits stellt im deutschsprachigen Raum die Vereinheitlichung im Rahmen des Bolognaprozesses neue Herausforderungen. Die Podiumsdiskussion wird sich der Frage widmen, ob ein organisierter, strukturell gestützter und wissenschaftlich unterfütterter Austausch über die Lehre von Design an deutschsprachigen Hochschulen förderlich für die Disziplin ist. Sie soll den unterschiedlichen Initiativen Antwort über ihr weiteres Vorgehen geben und die Notwendigkeit eruieren sich im deutschsprachigen Raum zu vernetzen.
Vorträge: Kommunikation und Kreativität im virtuellen Raum, Prof. Dr. Bärbel Kühne, DIPLOMA Hochschule, Prof. Andreas Lanig, DIPLOMA Hochschul, Materielle Kultur für Designer, Sandra Giegler, HS Anhalt Dessau
Podium: Prof. Birgit Bauer, HTW Berlin, Prof. Jesko Fezer, HFBK Hamburg, Prof. Uwe Gellert, HS Anhalt Dessau, Nikolaus Knebel, German University of Technology in Oman, Prof. Dr. June H. Park, Universität Vechta

Der Studiengang COOP Design Research
Mod.: Prof. Stephan Pinkau, HS Anhalt Dessau
Das einjährige Programm COOP Design Research (MSc.) richtet sich an praktizierende Gestalter und versteht sich als Vorbereitung auf ein wissenschaftliches Promotionsstudium. Neben einer einführenden Vorstellung des Studiengangs wird es in der Diskussion auch um folgende Fragen gehen: Was verstehen wir unter Designforschung und was ist der Unterschied zu einer gründlichen Recherche als Bestandteil von Gestaltung? Was sind erfolgreiche Formate in der Designforschung zur Generierung wissenschaftlicher, d.h. überprüfbarer Ergebnisse mit objektiver, überpersönlicher Gültigkeit? Welche Perspektiven eröffnen MSc. und /oder PhD-Abschlüsse für Designer und Architekten?
Podium: Dr. Regina Bittner, Stiftung Bauhaus, Prof. Dr. Joachim Krausse, HS Anhalt Dessau

Design Research - just do it? Wissenschaft in der Design-Bachelorarbeit
Mod.: Prof. Dr. Jan-Henning Raff, HMKW Berlin
Die Bachelorausbildung an Fachhochschulen mit Designfachbereichen in Deutschland war und ist praxis- und berufsorientiert. Der starke Anwendungsbezug hat dazu geführt, dass die schriftlichen Abschlussarbeiten oft eher einen praxisdokumentierenden Charakter haben. Die Forderung nach mehr Wissenschaftlichkeit in Designabschlüssen wirft in diesem Kontext neue Probleme in der Lehrsituation auf. An der HMKW Berlin wurde eine Modellierung der theoretischen Bachelorarbeit ausgearbeitet, die Studierende anleitet, ein bearbeitbares Forschungsdesign aufzuziehen, an das sie eine praktische Arbeit anschließen können. Dieses Modell soll v.a. mit Lehrenden, gern aber auch Studierenden, anhand von gelungenen und misslungenen Beispielen diskutiert werden.


WORKSHOPS

Y-Method. Erkenntnisse aus der Implementierung einer interdisziplinären Konzeptionsmethode
Prof. Hermann Klöckner, HS Anhalt Dessau,Prof. Dieter Raffler, HS Anhalt Dessau
Erkenntnisse aus der Implementierung einer interdisziplinären Konzeptionsmethode eigenständige Die Y-Method basiert auf der systematisierten Verschränkung von frei verfügbaren Ressourcen mit "glokalen" Herausforderungen. Sie emanzipiert sich dabei von der klassischen Bionik durch die Systematisierung, die umfassende Erweiterung jenseits von biologischen Ressourcen, die direkte Verschränkung mit Herausforderungen und durch die vornehmlich prozesshafte und nur sekundär morphologische Betrachtungsweise. Im Sinne des angelsächsischen "Practise-Based Research" sollen die aus der Praxis gewonnenen Erkenntnisse in diesem kompakten Workshop erlebbar gemacht werden. Die im Workshop entwickelten Inhalte sollen Teil der im Aufbau begriffenen Problem- und Resourcendatenbank werden, zu der die TeilnehmerInnen des Workshops exklusiven Zugang erhalten.

Citizen Prototyping [in english]
Nathalie Stembert, Rotterdam University of Applied Sciences (NL), Michael Anhalt, Rotterdam University of Applied Sciences (NL), Jennifer Schubert, Design Research Lab Berlin
Durch die Monopolstellung großer Unternehmen, wie Google, Cisco oder Facebook, und deren intransparenten AGB’s, gelangen Nutzerdaten in deren Besitz. Das Ziel des Workshops ist es diese Problematik zu reflektieren und alternative Konzepte zu entwickeln, wie Bürgerinnen und Bürger ihre "digitale Souveränität" zurückerlangen können.
Through the superior position of big companies like Google, Cisco and Facebook, and their intransparent general terms and conditions, citizens surrender their data. The goal of the workshop is the reflection of that topic and the development of alternative concepts in order to counteract this tendency through reinforcing the citizens’ "digital sovereignty".


SAMSTAG 19. NOVEMBER

11:00 PARALLELVERANSTALTUNG: WORKSHOPS | DISKUSSION
Alle Angebote finden parallel statt.

WORKSHOPS

Perspektiven technologiegestützter Designforschung
Prof. Katja Thoring, HS Anhalt Dessau, Alexander Müller-Rakow, Design Research Lab Berlin, Prof. Dr. Roland M. Müller, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Prof. Dr. Petra Badke-Schaub, TU Delft
Empirische Forschungsmethoden werden im Design bereits seit Jahrzehnten durch technologische Geräte unterstützt – sowohl bei der Datenerhebung (Interviews, Experimente, Beobachtungen, etc.) als auch bei der Datenauswertung (Kodierung, Clustering, etc.). Obwohl die technologische Entwicklung im 21. Jahrhundert vielfältige innovative neue Technologien hervorbringt, hat sich die wissenschaftliche Forschung im Design hier noch nicht sehr weiterentwickelt. Usability-Tests werden immer noch mit Videokameras, und Interviews mit Diktiergeräten aufgezeichnet. Stichworte wie "Crowdsourcing" oder "Life-Logging" könnten neue Impulse für Forschungsansätze bieten, und neue technische Geräte bieten vielfältige Features, die dem Forscher ganz neue Herangehensweisen an Forschungsfragen ermöglichen. Der hier angebotene Workshop soll die Thematik auf verschiedenen Ebenen diskutieren: Zum einen werden verschiedene Technologien und Geräte vorgestellt und Hands-On ausprobiert. Die Teilnehmer/innen werden angeregt, die Möglichkeiten und Potenziale dieser Technologien für ihre eigenen Forschungsprojekte zu evaluieren. Zum anderen werden aber auch Risiken und Probleme diskutiert, die sich durch ggf. mangelnde Privatsphäre und Forschungsethik allgemein ergeben könnten.

Deconstructing Sustainable Design
Miriam Lahusen,Florian Sametinger, Design Research Lab Berlin
Wer sich mit der Entstehung des "Sustainable Designs" beschäftigt, wird feststellen, dass es eine Vielzahl an Zugängen und Sichtweisen in den unterschiedlichen Designbereichen gibt. Eine gängige Methode, Prozesse geschichtlich zu erschliessen, ist die Gestaltung eines Zeitstrahls, der relevante Ereignisse, einschlägige Schriften oder einflussreiche Impulse in eine mehr oder weniger lineare Ordnung bringt. Vergleicht man Timelines des "Sustainable Designs" unterschiedlicher Autoren, wird schnell deutlich, dass von der Rückbesinnung auf indigene Kulturen bis zur Huldigung moderner Technologien alles als Bestandteil eines nachhaltigen Designs gesehen werden kann. Der Workshop lädt dazu ein, sich über die wandelnden Rollenbilder des Designpraktikers und die mutierenden Definitionen des Sustainable Designs auszutauschen. Mittels Dekonstruktion (und mit Unterstützung eines Bare Conductive Boards und leitender Farbe) werden die eigenen Standpunkte als PraktikerIn, TheoretikerIn, BeobachterIn und AkteurIn in Relation zueinander gebracht. Ziel ist eine auditive "Timeline" unserer gemeinsamen, unterschiedlichen, schizophrenen oder völlig rationalen Selbstverständnisse als Designende.

Design – Prozess – Ästhetik
Klaus Schwarzfischer, INDUKT
Jede Designpraxis verlangt täglich eine Vielzahl von Entscheidungen, welche die Wahl von "Etwas vor dem Hintergrund anderer Möglichkeiten" darstellen. Diese lassen sich als Probleme einer Präferenz-Ästhetik interpretieren, wobei innerhalb eines Repertoires von Alternativen die attraktivste gewählt wird. Eine empirische Ästhetik ist somit ein notwendiger Bestandteil von Designtheorie. Die Integrative Ästhetik von Schwarzfischer bietet einen Ansatz, jene Probleme zu lösen. Hierzu wurde ein Prozess-Modell entwickelt, das komplett auf Invarianzen (Symmetrien) basiert. Die zentrale Rolle von Symmetrien zwischen Erwartungen (Top-down-Prozesse) und Wahrnehmungen (Bottom-up-Prozesse) wird hierdurch verdeutlicht. Sowohl positive als auch negative Erfahrungen werden mit diesem einheitlichen Modell der User Experience analysierbar. Im Workshop wird anhand von typischen Design-Prozessen die zugrundeliegende Logik des Modells und die produktive Anwendung in Heuristik, Entwurf und Fehler-Analyse demonstriert.

Entwurf design-orientierter Arbeitsweisen
Daniela Peukert, Leuphana Universität, Anna Keilbach, Technische Hochschule Ingolstadt, Andrea Augsten, Bergische Universität Wuppertal (alle Themengruppe design:transfer)
Gegenwärtig findet eine Revolution der Art und Weise, wie strategische Zukunftsentwürfe in Real-Laboren in Organisationen erarbeitet werden statt. Arbeitsweisen und Ansätze der Entwurfsentwicklung von Designern halten Einzug in die Strategiearbeit zur Gestaltung von Zukunftsfähigkeit in Organisationen. Organisationen nutzen das kollektive Wissen und Zukunftsentwürfe, die durch das Entwerfen von Artefakten, wie beispielweise Papier-Prototyping, Flipcharts mit visuellen Zeichnungen und Codes, tangible entstanden sind und Menschen dabei unterstützen sachorientiert zu interagieren und kulturelle, hierarchische und fachspezifische Kommunikationshürden zu nivellieren. Der interaktive Workshop hinterfragt, inwiefern Ansätze der Entwurfsforschung die Arbeitsweisen innerhalb von Organisationen verändern? Der Workshop arbeitet mit haptischen Modellen und hinterfragt, in welcher Weise designorientierte Arbeitsweisen die Ebenen Organisation, Team und Individuum gestalten. Ziel ist es, gemeinsam mit den Teilnehmern des Workshops über relevanten Einflussfaktoren innerhalb eines haptischen Modells der Wechselwirkung zu reflektieren und über die Wirkung design-orientierter Arbeitsweisen in bestehenden Organisationen zu diskutieren.

Grenzüberschreitende Designforschung
Sabine Junginger PhD, Hochschule Luzern
Ein Workshop über die Grundlagen theoretischer und praktischer Kenntnisse für Designforscher/innen, die sich für neue, mensch-zentrierte gestalterische Optionen in privaten und öffentlichen Organisationen interessieren. Ziel des Workshops ist es, den Teilnehmer/innen Wege aufzuzeigen, wie sie sich in Designforschung über die Grenzen ihrer Disziplin hinaus engagieren können. Basierend auf den Interaktionsprinzipien "Invite–Engage–Enable" (Junginger) lädt der Workshop die Teilnehmer/innen ein, sich mit neuen Bereichen der Designpraxis und Designforschung vertraut zu machen.

Risiko-(In)Kompetenz
Prof. Severin Wucher, HS Anhalt Dessau
Mehr Wagnisse wagen – wie sieht Risiko aus und was macht es mit uns? Der Masterstudiengang Intermediales Design der Hochschule Anhalt untersucht unter dem Dachthema "Risiko" phänomenologische Aspekte im Umgang mit Wagnissen. In diesem Workshop werden die TeilnehmerInnen in phasenbasierten Experimenten unerwarteten Ereignissen ausgesetzt – quasi in die Discomfortzone geschickt. In einem kollektiven und partizipativen Prozess wollen die Studierenden Erkenntnisse gewinnen, wie Menschen dazu befähigt und motiviert werden können, unerwünschte Ereignisse nicht mehr zu meiden, sondern sogar bewusst inkauf zu nehmen, um ihre Handlungs-Spielräume zu vergrößern. Der Workshop reflektiert den Prozess individueller Entscheidungsmomente durch das gemeinsame Entwickeln von Modellen. In der Überlagerung dieser Modelle werden unterschiedliche Risikotypen und -strategien sichtbar werden.


DISKUSSION

Designkritik zwischen Theorie und Praxis
Prof. Birgit Bauer, HTW Berlin
Auf der diesjährigen Konferenz der Design Research Society zum 50-jährigen Jubiläum trat die Frage auf, welche Erwartungen an die Designforschung bis heute unerfüllt geblieben sind. Eines der sicher großen Probleme der Designforschung sind fehlende verständliche Formate zur Vermittlung in die Praxis. Kees Dorst und andere skizzierten, dass wir geeignete Modelle zur Vermittlung der scheinbar auseinanderdriftenden Teile "akademischen Designs" und der Praxis brauchen. In dieser Diskussionsrunde wird die Rolle der Kritiker/innen in dieser Fragestellung zusammen mit Designstudierenden erörtert werden.


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