Methodennutzung in frühen Entwurfsphasen in der beruflichen Praxis von Designern und Ingenieuren
Eckdaten. Explorative Feldstudie, Teil des interdisziplinären Forschungsprojekts · zum »Human-centred support of Design Problem Solving« · gefördert durch die Volkswagenstiftung 2007–2010 · gemeinsam bearbeitet durch Psychologen, Ingenieure und Designer.

Forschungsfragen. Gibt es bevorzugte Vorgehensweisen in frühen Phasen der Produkt-entwicklung? Wie unterscheidet sich diese in der Konstruktion [Ingenieurwissenschaften] und im Design? Welche kognitiven und sozialen Ordnungsstrategien [Methoden] nutzen Konstrukteure und Industriedesigner in frühen Phasen der Produktentwicklung? Wie wer-den die eingesetzten kognitiven und sozialen Ordnungsstrategien von Konstrukteuren und Industriedesignern bewertet?

Forschungsmethodik. Explorative Feldstudie · Leitfadeninterviews 30–60 min · 35 Inge-nieure und 15 Designer · Befragung in Unternehmen (n = 41) und telefonisch (n = 9) · qualitative Inhaltsanalyse · Reliabilität durch Beobachterübereinstimmung κ = 0,84 · Einordnen genannter Methoden in deduktiv erstellte und induktiv angepasste Kategorien · Ableiten genereller Vorgehensweisen durch Clusterbildung der einzelnen Strategien.

Ergebnisse. Vergleichende qualitative Beschreibung generellen Vorgehens in den frühen Phasen · Sequenzielles Vorgehen ohne Iterationsschleifen auf Makroebene (u. a. durch Zeit-druck) · Normalfall Analyse—Synthese—Evaluation mit unterschiedlichen Bezeichnungen · Kaum explizite (abstrakte) Designkonzepte mit Fokus auf Erlebensebene auch bei den De-signern · Vergleichende qualitative und quantitative Auswertung der Methodennutzung · Befragte Designer nutzen statistisch signifikant mehr Methoden als die Ingenieure · Befrag-te Designer nutzen ähnliche Methoden wie Ingenieure (Anforderungslisten etc.) · Gesprä-che, Erfahrung und Intuition von Designern (am Beginn) häufiger genannt · Präsentationen, Kundengespräche und Entscheidungen durch Chef im Design üblicher · Unterschiede der Bewertung einzelner Methoden durch Designer und Ingenieure statistisch nicht nachweisbar.

Diskussion. Widerlegen des Mythos unsystematischen unmethodischen Entwerfens im Design · valide Ergebnisse · Selbstauskünfte, keine Beobachtung · Stichprobe für Rückschlüsse auf Grundgesamtheit aller Konstrukteure und Designer nicht repräsentativ · standardisierte Untersuchung größerer Stichprobe sinnvoll.

Das Forschungsprojket wurde von Dr. Christian Wölfel und Dr. Uwe Debitz unter der Leitung von Prof. Dr. Winfried Hacker und Prof. Dr. Ralph Stelzer durchgeführt.

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