Functional Food Fictions – Spekulative Lebensmittel des Jahres 2030
Science-Fiction Prototypen sind spekulative Produkte oder Dienstleistungen der Zukunft, die mittels Interaktionen, Objekten, Filmen oder Visualisierungen dargestellt und simuliert werden. Diese Arte-fakte "aus der Zukunft" verweisen aus sich heraus auf die Gesellschaften und Lebenswelten, in denen sie (ökonomisch, technisch, politisch) möglich wären und fragen nach ihrer jeweiligen Wünschbarkeit.

Plausible Zukunftsszenarien werden durch die Kommunikation von konkreten Anwendungen und ihren möglichen Auswirkungen greifbar, vorstellbar und letztlich insbesondere für Nicht-Experten besser debattierbar und erlauben ihre konzeptionelle Weiterentwicklung. So eignen sich SF-Prototypen für empirische und dialogische Zukunftsforschung, Wunschforschung, Wissenschaftskommunikation, Meinungsbildung und Produktentwicklung.
Genutzt wurde dieser Ansatz im Projekt "Functional Food Fictions" für die TSB Technologiestiftung Berlin. Denn: Je besser die Wirkungen von Inhaltsstoffen in unseren Lebensmitteln erforscht werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass in Zukunft Produkte mit auf spezifische Wünsche und Bedürfnisse abgestimmten Funktionen entwickelt und vermarktet werden. – Wie könnte unser Essen in Zukunft unseren Körper, unsere Psyche und unser Verhalten beeinflussen? Welche Bedürfnisse und Lüste könnten gestillt, welche Wünsche und Träume verwirklicht werden? Mit welchen individuellen oder gesellschaftlichen Problemen, Ängsten oder Risiken müssen wir rechnen?

Mit wissenschaftlicher Begleitung durch das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) entstanden in einem viertägigen Workshop mit 18-19 jährigen Schülern sieben spekulative funktionale Lebens-mittelprodukte der Zukunft. Neben der die jeweilige Funktion ermöglichenden Technologie wurden Zielgruppe, Food Design, Vertrieb und Kontext erarbeitet.
Die Konzepte mussten (im Sinne von "Design for Debate") nicht wünschenswert sein; vielmehr stellen sie gesellschaftspolitisch relevante Fragen. So wurde z.B. eine (durchaus technologisch vorstellbare) Quarkspeise entworfen, die sich an Schwangere richtet: Das Produkt "Wunderkind" enthält auf die DNA des ungeborenen Kindes abgestimmte bioaktive Stoffe, die bestimmte Eigenschaften im Kind befördern sollen. So gibt es Wunderkind in den Varianten "logisches Denken", "Kreativität", "Resilienz" etc.
Die Produkte wurden später gebrandet und im Rahmen eines fiktiven Produkt-Launchs auf dem Jahres-empfang der TSB einem Publikum vorgestellt. Ausgewählte Konzepte wurden durch einen Caterer produziert und regten als essbare SF-Prototypen zu Diskussionen an.

Finden Sie weiter Informationen und Bilder zu diesem Projekt auf unserer Webseite:
http://bold-futures.com/arbeiten/functional-food-fictions

Willkommen !



Bitte bestätigen Sie die Kenntnissnahme der Nutzungsbedingungen .