Ergonomie im OP
Beschreibung:
Das Forschungsprojekt befasst sich mit der Entwicklung und Realisierung innovativer Produktideen für den Infektionsschutz im Operationssaal. Darüber hinaus werden die Arbeitsbedingungen der OP-Pflege untersucht, analysiert sowie Optimierungskonzepte entworfen und erprobt.

Laufzeit:
09/2010–09/2013

Förderung:
BMBF-gefördert mit der Maximalsumme

Projektleitung:
Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd
_ Eva Schiendzielorz
_ Fabian Benedikter

Partner:
_ Universitätsklinikum Tübingen
_ Paul Hartmann AG, Heidenheim

Website:
http://www.ergonomie-im-op.de

Ansprechpartner:
_ Eva Schiendzielorz
eva.schiendzielorz@hfg-gmuend.de
_ Fabian Benedikter
fabian.benedikter@hfg-gmuend.de

info@ergonomie-im-op.de
07171 602-684


Ein Kurzinterview mit Eva Schiendzielorz und Fabian Benedikter:

In einem Satz – worum geht es im Projekt?
Die Arbeitsbedingungen der OP-Pflege werden untersucht, analysiert und verbessert sowie innovative Produktideen für den Infektionsschutz im OP entwickelt und realisiert.

Nach Projektabschluss landet alles in der Schublade – nur bei Ihrem Projekt nicht! Warum?
Weil wir in der Forschung tätig sind um etwas zu bewegen, nicht um etwas aufzurütteln und dann liegen zu lassen.

Es gibt hunderte guter Ideen im Bereich der Medizintechnik, die in einer Schublade liegen. Dem gegenüber stehen 800.000 Patienten, die bei einem Krankenhausaufenthalt mit Bakterien infiziert werden.* Circa 38% aller postoperativen Todesfälle haben ihre Ursache in einem ungenügenden Schutz durch OP-Abdeckungen.**

Deshalb, und weil anwendungsorientierte Forschung dazu dient umgesetzt zu werden, wird unser Projekt eine Schublade nicht zu Gesicht bekommen.

Was bringt das Projekt in der Praxis voran?
Das Projekt spricht die Praxis aus drei Bereichen an:
In der Praxis der Designforschung verdeutlicht unser Projekt, dass Gestalter forschungsfähig und -notwendig sind. Wir zeigen, dass Gestalter außerhalb der theoretischen und philosophischen Forschungsthemen erfolgreich Wissenschaft betreiben und auch vorantreiben. Wir entwickeln neue wissenschaftliche Methoden und unterstützen somit die Praxis der Designforschung.

In der Praxis des Klinikalltags treibt das Projekt eine Entwicklung voran, welche bessere Arbeitsbedingungen und -prozesse für Klinikpersonal fordert und entwickelt. Mit dem Fokus auf der Berufsgruppe der OP-Pflege unterstützen wir diese auf ihrem Weg zu einem effektiveren, effizienteren und gesünderen Arbeitsalltag.

In der Praxis des Infektionsschutzes zeigen wir, was man mit partizipatorischer Gestaltung und wissenschaftlichem Arbeiten erreichen kann. Unter Einbeziehung der aktiven und passiven Nutzergruppe entwickeln wir innovative Ideen für sichere Produkte und deren Anwendung.

Welche Relevanz hat das Projekt im aktuellen (Design-)Forschungsdiskurs?
Das Projekt zeigt, dass Gestalter unbedingt besser und von Beginn an Teil jenes interdisziplinären Teams sein müssen, welches an einem Produktentwicklungsprozess beteiligt ist. Gestalter können ebenso fundiert und praxisnah forschen und wissenschaftlich arbeiten wie jede andere Disziplin und ebenso viel damit erreichen. Deshalb ist es wichtig, die „Disziplin Design“ als integralen Bestandteil der Forschung anzuerkennen.

* Ergebnisbericht Hygiene in Krankenhäusern, forsa, 08.04.2010
** Salzberger, A., Dettenkofer, M., Baer, F.M., Cornely, O., Herrmann, M., Höher, J. und Lemmen, S. (2004). IKOP - Infektionskontrolle im Operationsbereich. Anesthesist, 53, 727-733

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