Designing the Disaster – The Book
Die Publikation „Designing the Disaster“ operiert im Spannungsfeld zwischen rationalem und intuitiv-subjektivem Forschen. Dabei präsentiert sie ein Denken, das die beiden Herangehensweisen miteinander verbindet und darüber hinaus ästhetische Praxis selbst zum Gegenstand der Forschung macht. Es geht um die Verschränkung von gestalterischem Denken und gestalterischem Handeln – um die Symbiose von intuitivem, subjektivem künstlerischen Forschen und klassisch rational-wissenschaftlichem Forschen. So wird ästhetische Reflexion als Erkenntnistool angesehen – Ästhetik kann starre Denkstrukturen und streng wissenschaftliche Formen auslösen.

Die Designarbeit zeigt, wie gestalterisches und theoretisches Denken und Handeln einem Ping-Pong-Spiel ähneln – einer Dauerbewegung, einem Jonglieren und Feinjustieren zwischen Verstand und Intuition, zwischen Feinsinn und Wahnsinn, zwischen Form und Funktion, zwischen Ästhetik und Inhalt, zwischen Norm und Freiheit.

„Designing the Disaster“ konzentriert sich auf ästhetische Praxis und nutzt Momente der Komik. Komik wird dabei verstanden als eine mehr oder weniger starke Aggression gegenüber logischen, moralischen und ästhetischen Normen. Sie hat eine starke Nähe zu halbbewussten, vorbewussten und kreativen Kräften, in denen die Vernunft an ihre Grenzen geführt oder zeitweise narkotisiert wird. So kann eine vermeintlich schwierige Situation mit ihren moralischen Ansprüchen für einen Moment entschärft und auf Dauer gemildert werden, sodass es vielleicht zu einer Heilung kommt. Zentral ist die erkenntnisbildende Funktion der Gestaltung. Fokussiert wird das Denken am Objekt – der Publikation, ein „Knowledge in the making“. Thematischer Schwerpunkt ist das Verhältnis von Kunst, Dialektik, Desaster und Prokrastination.

Ästhetik als Form des (visuellen) Denkens steckt in gestalterischer Praxis, bleibt hier aber nicht stecken, sondern lässt sich in einem theoretischen Reflexionsprozess aufhellen und verstehen – sinnlich und rational. Auf diese Weise setzt ästhetisches Denken Wissen voraus, dazu ikonisches und prärationales „Denken“.
Es produziert Wissen und publiziert Wissen.

Die Publikation und gleichnamige Ausstellung sind ein Designprojekt von Svenja Wamser (M.A.)
Das Projekt ist im Rahmen der Masterarbeit an der HAW Hamburg unter Prof. Dr. Anke Haarmann und Prof. Almut Schneider entstanden.

Buchpräsentation und Ausstellung: 09.02.2018, 19:00, Die Färberei München.

www.svenjawamser.com

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