Resilienz und Design
Das Kollektiv UNUMWUNDEN des Masterstudiengangs »Advanced Design« der Hochschule München hat sich ein Semester lang intensiv mit dem Themenkomplex Resilienz auseinander gesetzt. Basis dafür war eine Kooperation mit dem Bayerischen Forschungsverbund ForChange (www.forchange.de), in dem WissenschaftlerInnen verschiedener Universitäten und Fachrichtungen Veränderungsprozesse in Reaktion auf Krisen erforschen (individuell, Gruppe, Institution, Energie-/ Wirtschaftssystem) und die sehr heterogene Verwendung des Begriffs der Resilienz kritisch beleuchten.

Die DesignerInnen konnten somit einerseits einen guten Einblick in den aktuellen Stand der unterschiedlichen Forschungsprojekten bekommen und andererseits den Begriff in unserer Disziplin einordnen und neu besetzen. Resilienz verdrängt im aktuellen Diskurs immer mehr den Begriff der Nachhaltigkeit. Resilienz ist schillernd und uneindeutig, muss immer auf den konkreten Kontext angewandt und normativ ausgerichtet werden, denn resilient Sein ist nicht per se gut.

Wie können oder müssen GestalterInnen die Erkenntnisse aus der Resilienzforschung in Ihre Arbeit integrieren? Wie sieht resilientes Design in der Praxis aus?

»The urge to design – to consider a situation, imagine a better situation and act to create that improved situation« (Manzini 2015, 7*) gilt auch für Resilienzprozesse. Dabei erzeugt die Auseinandersetzung mit Resilienz im gestalterischen Kontext eine veränderte Perspektive, in der Ästhetik und Kosteneffizienz nicht länger die vorrangig erstrebenswerten Ziele darstellen. So hat eine kreative Geisteshaltung, die auf Resilienz fokussiert ist, das Potential, neue Anwendungsbereiche für moderne Techniken zu erschließen. Das Design des 21. Jahrhunderts wird nicht ohne resiliente Strategien auskommen. Im Hinblick auf die weitreichenden klimatischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungen der Zukunft wird dies vielleicht bald zur angewandten Wirklichkeit.

Besonders spannend war es, die vielen Parallelen zwischen Resilienz und Design zu entdecken. Wie stark beeinflussen sich Resilienzprozesse und gestalterische Prozesse? Ist Design nicht sogar mit einem Resilienzprozess gleichzusetzen? Die Projektergebnisse wurden im Oktober 2016 in der Ausstellung »Zukunft überleben. Resilienz und Design.« in München präsentiert.

Das Projekt Resilienz und Design wurde im Rahmen der DGTF Jahrestagung 2016 durch Valerie Kraemer und Jennifer Gallen stellvertretend für das Kollektiv UNUMWUNDEN (Masterstudiengang »Advanced Design«, Hochschule München) im PECHA KUCHA Format vorgestellt. UNUMWUNDEN schöpft aus den Disziplinen Architektur, Motion Design, Kommunikationsdesign, Innenarchitektur, Textildesign und Produktdesign.

unumwunden.com

https://youtu.be/ZHQOSyLRm7E

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