mit Prof. Dr. Friedrich W. Heubach
Wann: Montag, 25. Januar 2010, 14:00-16:00
Wo: Auditorium 1, 20th Floor, Deutsche Telekom Laboratories, Ernst-Reuter-Platz 7
Das Objekt-Design als Subjekt-Design –
Anmerkungen zur gegenständlichen Modellierung des Psychischen oder wie man mit Dingen Verhalten modellieren kann.
Funktionalismus war gestern, heute gilt ‚Emotional Design’‚ ‚Joy of Use’, ‚Customization’, ‚Personalization’! Gegenstände sind nicht nur durch ihre Funktion und ihren Gebrauchswert definiert, sondern dienen dem Ausdruck des sozialen Status, der eigenen Persönlichkeit, der aktuellen Stimmung. In einer produktgesättigten Gesellschaft resultiert der Kaufentscheid wohl eher aus der kurzfristigen Bedürfnisbefriedigung, dem emotionalen Mehrwert oder der kulturelle Signalwirkung eines Gegenstands als aus seinem funktionalen Nutzen.
In diesem Kolloquium geht es jedoch nicht um psychologisch Werbe- und Marketingstrategien, sondern um Gegenständlichkeit im anthropologischen - genauer - psycho-logischen Sinne.
In der von Friedrich W. Heubach entwickelten Theorie der psycho-logischen Gegenständlichkeit werden Dinge in ihrem Beitrag zur Entwicklung der menschlichen Psyche und damit in ihrem Einfluss auf alltägliches Handeln erörtert. Auf dieser Ebene werden sie zu ‚Filialen des Selbst’, zu ‚Symptomen’, zu ‚Übergangs-‚ und Fetisch-Objekten’. Damit bietet dieser Ansatz lohnenswerte Anknüpfungspunkte für DesignerInnen, über die Bedeutung der Dinge zu reflektieren, die über kulturell zugeschriebene Funktionen und Gebrauchsweisen hinausgehen und möglicherweise zu Verhaltensweisen jenseits gestalterisch intendierter Interaktion führen.
Bio:
Friedrich Wolfram Heubach, geb. 1944
Studium der Psychologie, Soziologie und Kunstwissenschaft (Dipl.-Pych.; Dr. phil);
1968 Gründung der Kunst/Künstler-Zeitschrift interfunktionen, deren Herausgeber bis 1972;
1984 Habilitation für das Fach Psychologie;
1985-1989 Professor für Psychologie an der Univ. zu Köln und
1989-1992 an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg;
seit 1992 Lehrstuhl für Psychologie/Pädagogik an der Kunstakademie Düsseldorf.
Veröffentlichungen (u.a.):
Das bedingte Leben - Theorie der psychologischen Gegenständlichkeit der Dinge, München 1987;
Ein Bild und sein Schatten - Zum Bild der Melancholie und zur Erscheinung der Depression, Bonn 1996.
Wann: Montag, 25. Januar 2010, 14:00-16:00
Wo: Auditorium 1, 20th Floor, Deutsche Telekom Laboratories, Ernst-Reuter-Platz 7
Das Objekt-Design als Subjekt-Design –
Anmerkungen zur gegenständlichen Modellierung des Psychischen oder wie man mit Dingen Verhalten modellieren kann.
Funktionalismus war gestern, heute gilt ‚Emotional Design’‚ ‚Joy of Use’, ‚Customization’, ‚Personalization’! Gegenstände sind nicht nur durch ihre Funktion und ihren Gebrauchswert definiert, sondern dienen dem Ausdruck des sozialen Status, der eigenen Persönlichkeit, der aktuellen Stimmung. In einer produktgesättigten Gesellschaft resultiert der Kaufentscheid wohl eher aus der kurzfristigen Bedürfnisbefriedigung, dem emotionalen Mehrwert oder der kulturelle Signalwirkung eines Gegenstands als aus seinem funktionalen Nutzen.
In diesem Kolloquium geht es jedoch nicht um psychologisch Werbe- und Marketingstrategien, sondern um Gegenständlichkeit im anthropologischen - genauer - psycho-logischen Sinne.
In der von Friedrich W. Heubach entwickelten Theorie der psycho-logischen Gegenständlichkeit werden Dinge in ihrem Beitrag zur Entwicklung der menschlichen Psyche und damit in ihrem Einfluss auf alltägliches Handeln erörtert. Auf dieser Ebene werden sie zu ‚Filialen des Selbst’, zu ‚Symptomen’, zu ‚Übergangs-‚ und Fetisch-Objekten’. Damit bietet dieser Ansatz lohnenswerte Anknüpfungspunkte für DesignerInnen, über die Bedeutung der Dinge zu reflektieren, die über kulturell zugeschriebene Funktionen und Gebrauchsweisen hinausgehen und möglicherweise zu Verhaltensweisen jenseits gestalterisch intendierter Interaktion führen.
Bio:
Friedrich Wolfram Heubach, geb. 1944
Studium der Psychologie, Soziologie und Kunstwissenschaft (Dipl.-Pych.; Dr. phil);
1968 Gründung der Kunst/Künstler-Zeitschrift interfunktionen, deren Herausgeber bis 1972;
1984 Habilitation für das Fach Psychologie;
1985-1989 Professor für Psychologie an der Univ. zu Köln und
1989-1992 an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg;
seit 1992 Lehrstuhl für Psychologie/Pädagogik an der Kunstakademie Düsseldorf.
Veröffentlichungen (u.a.):
Das bedingte Leben - Theorie der psychologischen Gegenständlichkeit der Dinge, München 1987;
Ein Bild und sein Schatten - Zum Bild der Melancholie und zur Erscheinung der Depression, Bonn 1996.