DGTF-Tagung 2019 | Call for Practice
Foto © Nicolas Wefers

Lechts und Rinks: Eine Auseinandersetzung mit Design, Populismus, neue Rechte und Engagement
15. – 16. November 2019, Kunsthochschule Kassel

Please see English version below.

Das Erstarken neurechter Bewegungen fordert die Designdisziplinen auf bislang ungewohnte Weise heraus. Denn der politische Erfolg der Neuen Rechten gründet sich zu wesentlichen Teilen auf gezielt eingesetzten Gestaltungsleistungen: auf einem effizienten Kommunikationsdesign in den Sozialen Medien; auf der subversiven Ästhetisierung von Protestaktionen; und schließlich auf der gestalterischen Codierung ganzer Räume.
Die diesjährige DGTF-Tagung nimmt diese Entwicklungen zum Anlass, um den Blick auf die Instrumente der eigenen Designdisziplinen zu richten: Was bedeutet es für Gestalterinnen und Gestalter, in einer Gesellschaft tätig zu sein, in der Völkisches und Nationalistisches zeichenhaften Ausdruck erlangen? In der kulturelle Identitäten beschworen, Ethnopluralismus zelebriert und Fremdenhass salonfähig werden? In der sich politische Auseinandersetzungen ideologisch verschärfen – und sich zugleich ästhetisch anverwandeln? Kurzum: Welche (neuen) Aufgaben stellen sich dem Design, wenn avancierte Designlösungen zum Aufstieg rechtspopulistischer Ideologien beitragen?
In fünf Themenblöcke gegliedert, untersucht die Tagung jene Handlungsfelder, in denen die Designpraxis auf Formen politischer Radikalisierungen trifft. Konkret wird die Rolle der Medien, die Aneignung von Räumen, die Funktion von Grafiken und Dingen sowie die Organisation von Interaktionen beleuchtet – um jeweils zu erörtern, in welchem Verhältnis Designpraktiken und neurechte Ideologien stehen. Eingeleitet wird die Tagung durch ein Workshop-Format, in dem Grenzen und Möglichkeiten politischer Designentscheidungen praktisch erforscht werden.

Call for Practice | Deadline: 31. Juli 2019
Auch die diesjährige DGTF-Tagung zielt darauf ab, sowohl theoretische als auch praktische Forschungsansätze gleichwertend zur Diskussion zu stellen. Daher wird neben dem Vortragsprogramm ein Open Call ausgeschrieben, der sich an Designpraktiker*innen aller Disziplinen wendet. Geplant ist ein Präsentationsformat, in dem jedem Beitrag fünf Minuten á drei Slides zur Verfügung stehen. So soll das jeweilige Thema prägnant dargestellt und eine weitergehende Diskussion angeregt werden.
Erwünscht sind Ansätze, Arbeiten und Forschungsvorhaben, die sich im weitesten Sinne mit der Themenstellung der Tagung auseinandersetzen oder diese als Referenz in den Blick nehmen.
Leitend soll die Frage sein, in welchem Verhältnis Designpraktiken zu einer identitären, nationalistischen, ausgrenzenden Politik stehen. Wo und wann übernehmen Entwurfsarbeiten progressive Funktionen? Kann Design gesellschaftspolitisch agieren? Ist mit Design gar auf das Erstarken des Populismus zu reagieren? Wie könnte ein solches Design aussehen? Und welche (neuen) Entwurfs- und Medienverfahren müssten ihm zugrunde liegen?

Wir freuen uns über Vorschläge aus sämtlichen Designsparten – und möchten Sie bitten, Ihr Abstract auf max. eine halbe DIN A 4 Seite und max. drei Abbildungen zu konzentrieren.
Ihre Einsendungen bitte an: conference2019[at]dgtf.de

English version -->

Lechts und Rinks: Design, Populism, New Right and Engagement

The emergence of New Right movements challenge the design disciplines in ways that were previously unfamiliar, because the political success of the New Right is to a large extent based on purposeful design achievements: On efficient communication design in social media; on the subversive aestheticization of protests; and finally, on the creative coding of entire spaces.
This year's DGTF conference takes these developments as an occasion to focus on the instruments of an own design discipline: What does it mean for designers to work in a society in which ethnic and nationalistic symbolic expression is achieved? In which cultural identities are evoked, ethnopluralism celebrated, and xenophobia made socially acceptable? In which political arguments intensify ideologically – and at the same time aesthetically adapt? In short, what (new) roles does design take on when advanced design solutions contribute to the rise of right-wing populist ideologies?

Divided into five thematic blocks, the conference examines the fields of action in which design practice meets forms of political radicalization. Specifically, the role of the media, the appropriation of spaces, the function of graphics and objects, as well as the organization of interactions are examined – in order to discuss the relationship between design practices and New Right ideologies. The conference will be opened by a workshop format in which the limits and possibilities of political design decisions will be practically explored.

Call for Practice | Deadline: July 31, 2019
As always, also this year's DGTF conference aims to put both theoretical and practical research approaches equally in discussion. Therefore, in addition to the speaker program, the open call invites proposals from design practitioners of all disciplines. Within this format, each contribution will have five minutes and three slides. In this way, the respective topic should be presented succinctly, encouraging further discussion.
Invited are approaches, works and research projects that deal with, or provide a perspective on the topic of the conference in the broadest sense. Submissions should be guided by the question of the relationship between design practices and an identitary, nationalistic and exclusionary politics. Where and when do design works take on a progressive function? Can design act socio-politically? How can design even react to the emergence of populism? What could such a design look like? And what (new) design and media processes should then underlie it?

We look forward to proposals from all fields of design – and ask that abstracts be limited to max. half a DIN A4 page and three images.
Please send submissions to: conference2019[at]dgtf.de
12.06.2019 um 14:27 Uhr

Willkommen !



Bitte bestätigen Sie die Kenntnissnahme der Nutzungsbedingungen .