Hugo Ball: Tenderenda der Phantast
100 Jahre DADA-Bewegung 1916-2016: »Wir sind Phantasten. Wir glauben nicht mehr an die Intelligenz.«

Hugo Balls DADA-Roman »Tenderenda der Phantast« (erstmals 1967 veröffentlicht) ist der Entwurf einer magisch-anarchischen, einer gesetzlosen und darum verzauberten Welt, eines Zustandes der vollkommenen Absurdität und des grenzenlosen Humors. Der schier unerschöpfliche Reichtum seiner Gedanken lässt uns staunend auf das Werk schauen: Da fallen Papyrusrollen, mit Zeichen und Tieren bemalt, von einem Turm herab, fliegt ein Hahn mit »zerfederter Sichel« über die »Fächer der Damen« hinweg, geraten Gasanstalten, Bierbrauereien und Rathauskuppeln ins Wanken, ein »apokalyptischer Glanz« bricht aus, des Teufels Gemahlin tritt auf, eine totes Pferd wird vor eine Begräbniskutsche gespannt …
Im graphischen Teil des Buches setzt Klaus Detjen diese Phantastik mit Mischformen der Montagetechnik aus Visuellem und Verbalem um. Typographie und Textgestaltung entfernen sich von einer klassischen Lesestruktur, um sich besonders dem Rhythmus der Sprache zu öffnen. Das eingelegte Faltplakat stellt Lautgedichte des Autors vor, die Hugo Ball weltberühmt machten.
09.09.2015 um 12:16 Uhr

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