Pinnwand
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Strategisches Design
Verankerung von Kreativität und Innovation in Unternehmen

Wiesbaden 2011 (Gabler Verlag, Reihe Research)

Rezension:
Es ist in den letzten Jahren merkwürdig ruhig geworden um Fragen des Design-Managements, des Strategischen Designs etc. Ist der >hype< der 1990er und 2000er Jahre vorbei? Fast könnten man meinen. Aber die Probleme sind eher einer Situation geschuldet, die ich als De-Industrialiserung Europas bezeichnen möchte. Die Zentren des industriellen Fortschritts verlagern sich nach Asien.

Was bleibt für die Unternehmen hierzulande? Johanna Schönberger hat jetzt eine Arbeit veröffentlicht, die als Dissertation an der Universität für Angewandte Kunst angenommen wurde. Betreut wurde diese durch Prof. Dr. Hartmut Esslinger, der dort von 2006-2011 den Lehrstuhl Industrial Design II innehatte. An der „Angewandten“ lehren unter anderen: Wolf D. Prix und Zaha Hadid (Architektur), Peter Weibel (Medien), Paolo Piva und Fiona Raby, Alison Jane Clarke (Geschichte und Theorie des Design) u.a.m. Da kommt einem doch so manche deutsche Kunsthochschule wie eine Provinz-Posse vor, Wien spielt einfach in einer anderen Liga.

Hartmut Esslinger, die deutsche Design-Legende, hatte ja in seinem zuletzt erschienen Buch „Schwungrat“ (Weinheim 2009) dargestellt, welche Rolle Design im unternehmerischen Kontext spielen kann. Dieses Thema hat nunmehr Johanna Schönberger in ihrer Dissertation aufgegriffen und entscheidend äußerst substantiell. Design spielt in den sich zunehmend globalisierenden Märkten eine bedeutsame Rolle. Dort setzt die Arbeit von Johanna Schönberger an, indem sie untersucht, welche Rolle kreative Professionals mit ihren innovativen Denkhaltungen und Methoden in Unternehmen wirksam werden können (S. 13). Dafür entfaltet sie ein Methodenspektrum, welches die Innovationsprozesse befördern können (Prozeßdesign).

Eine wichtige Rolle nehmen die Überlegungen der Autorin ein, Design auf unterschiedlichen unternehmerischen Ebenen zu verorten: in den Geschäftsbereichen, den Vorständen oder gar bei den Aufsichträten. Letzteres ist absolut neu aber durchaus nachvollziehbar. In einem empirischen Teil referiert sie ihre Interviews mit hochkarätigen Gesprächspartner wie Alex Buck, Leif Huff, Ezio Manzini, Bill Moggridge, Don Norman, Uli Weinberg (HPI School of Design Thinking), Peter Zec u.a.m. Daraus wird offenischtlich, wie Design im 21. Jahrhundert verortet sein muß, wenn es sich von dem zunehmenden „Bricolage-Design“ unterscheiden will und strategische Wirksamkeit entfalten will.

Beeeindruckend an dieser Forschungs-Arbeit ist, wie nah die Autorin an der Realität von Design operiert und sich nicht in Wolkenkucksheimen verliert. Kein Wunder also, das sie nunmehr in der strategischen Abteilung eines großen deutschen Automobilkonzern tätig sein wird, eine wichtige Industriebranche, die Innovation und Kreativität wirklich von Nöten hat. Bravo Johanna.

(Bernhard E. Bürdek)

23.01.2012 um 11:29 Uhr
Die Forschungskommission der Fakultät Gestaltung
lädt zum 6. Forum für künstlerische und wissenschaftliche Forschung ein:
Modelle – digital & analog

Freitag, 20. Januar 2012
UdK Berlin
Hardenbergstraße 33
Raum A 310
Berlin – Charlottenburg

PROGRAMM

9.30 Uhr
Michael Bollé
Begrüßung

Susanne Hauser
Einführung

9.45 Uhr
Jussi Ängeslevä
Positive Feedback loop –
balancing act between digital and
analogue models

10.30 Uhr
Judith Siegmund
Ästhetische Theorie und künstlerische Praxis –
zwei Modelle zur Darstellung
von Wirklichkeit und Möglichkeit

11.45 Uhr
Norbert Palz
Breaking the digital Chain:
The Autonomy of Materials

14 Uhr
Valeska Schmidt-Thomsen
Das Modell am Model

14.45 Uhr
Axel Kufus & Christian Zöllner
Experimentelle Modell-Strategien in
Entwurfs- und Entwicklungsprozessen

16 Uhr
Christoph Gengnagel
Hybrid Modelling

ab 16.45 Uhr
Schlussrunde
moderiert von Susanne Hauser


http://www.udk-berlin.de/forschungskommission-gestaltung


18.01.2012 um 16:28 Uhr
IDZ | Internationales Design Zentrum Berlin e. V.

Eine klare Positionierung, das Erstellen transparenter Angebote, die Entwicklung der passenden Kommunikationsstrategie oder das wirkungsvolle Schützen eigener Ideen, sind wichtige unternehmerische Kompetenzen, die bei Designprojekten häufig zu kurz kommen. Um diese zu optimieren, bietet das IDZ auch 2012 die Design & Company: Workshopreihe an.

Hierbei trifft sich eine feste Teilnehmergruppe von 15 Berliner Designerinnen und Designern über ein halbes Jahr lang zu sechs zweitägigen Workshop-Modulen. Jedes Modul widmet sich einem Themenfeld, z.B. Positionierung, Marketing oder Recht. Über sinnvoll zusammengefasste fachliche Hintergründe, anschauliche Beispiele und berufspraktische Übungen werden die Inhalte nachhaltig vermittelt. Ziel der Workshopreihe ist es, das eigene Profil zu schärfen, Fachkenntnisse zu erlangen, Netzwerke aufzubauen und zukünftig durch unternehmerisches Denken, wirtschaftlich erfolgreicher zu gestalten.

Weitere Informationen:
http://www.idz.de/de/sites/2096.html


18.01.2012 um 16:25 Uhr
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