Zürich
 


Francis Müller

Francis Müller ist Dozent für Designrecherche und Soziologie im Departement Design an der Zürcher Hochschule der Künste (BA Style+Design, MA Trends und MA Produkt). Er hat Lehraufträge an der School of Humanities and Social Sciences der HSG (Universität St. Gallen), an der Universität Liechtenstein und an der Universidad Iberoamericana in Mexiko Stadt. Müller promovierte an der Universität Bayreuth mit einer ethnosemantischen Studie über ghanaische und schweizerische Evangelikale in Zürich. Er forschte über Tretminenopfer in Angola, über Events und soziale Exklusion, interkulturelle Todesvorstellungen und gegenwärtig über materielle religiöse Kultur in Mexiko. Müller ist Mitglied des Editorial Boards des Magazins DIS der Universidad Iberoamericana in Mexiko Stadt und Tijuana und Vorstandsmitglied der Schweizerischen Vereinigung für Zukunftsforschung (swissfuture).

Publikationen & Vorträge:

2016
Etwa zehn Prozent der Angolaner_innen haben eine körperliche Behinderung, was u.a. auf die Tretminen zurückzuführen ist, die im langen Bürgerkrieg exzessiv eingesetzt wurden. Francis Müllers ethnografische Recherche in Angola zeigt, dass viele Menschen mit Behinderung in Luanda individualistische Werte haben und kreative Praktiken ausüben, auch wenn sie in bitterer Armut leben: In den Musekes – den Slums in Luanda – leben die Menschen mit Behinderung örtlich sehr kleinräumig, aber zugleich in einer hohen kulturellen Diversität. Sie sind mit anderen Weltdeutungsschemata und alternativen Lebensstilen konfrontiert, was Reflexion, Kreativität und Selbst-Design begünstigt.
Der ethnografische Bericht wird eingeleitet durch eine Fotostrecke, in welcher der Angolaner Domingos Joao Pecho Bernardo seinen Alltag portraitiert, und ergänzt durch Beobachtungen von Alltagsphänomen und von Fotografien der Designerin Bitten Stetter.
2015
Francis Müller untersucht mit einem ethnosemantischen Ansatz eine schweizerische und eine ghanaische charismatisch evangelikale Gemeinschaft im Großraum Zürich. Als zentrales Element kristallisiert sich in den zwei Gemeinschaften die Konversion und die damit verbundene Selbsttransformation heraus, welche in den zwei Gemeinschaften mit unterschiedlichen kulturellen Themen in Verbindung gebracht wird. Die erstrebte radikale Selbsttransformation ist riskant, weil sie den Bruch mit Gewohnheiten und dem bisherigen Leben impliziert. Es werden in den zwei Gemeinschaften unterschiedliche Techniken und normative Identitäten vermittelt, die zeigen, wie mit dieser Diskontinuität umzugehen und wie überhaupt in einer modernen, säkularen Welt zu leben ist. Der Autor leistet so einen Beitrag zur soziologischen Konversionsforschung.

    Francis Müller hat Interesse an:

  • Reviewtätigkeit
  • Publikationsmöglichkeit

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