Sebastian Löwe

Promoviert in den Bereichen Kulturwissenschaft, Ästhetik- und Diskurstheorie, als diplomierter Medienkünstler und B.A. in Medienwissenschaft, lehrt und forscht Sebastian Löwe derzeit als Post-Doc im Fachbereich Design an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft, Berlin.

Projekte:

2017-18
Research-Projekt an der HMKW, Berlin. Näheres in Kürze.

Publikationen & Vorträge:

2017
Nach dem Systemumbruch 1989 in Deutschland ist die (Hoch-)Kultur einer kritischen Revision unterzogen worden. Eingefordert wurde mit dem Untergang der DDR eine gesamtdeutsche Identität, zu der die Kultur der DDR politisch und, wie man meinte, auch ästhetisch in Gegensatz stand. Ebenso wie das politische Urteil über den Sozialismus feststand, war auch das ästhetische Urteil über die DDR-Kultur größtenteils einstimmig: Sie sei Kitsch und habe keinen Platz im neuen, wiedervereinten Deutschland. Doch so scheinbar überzeugend, wie man mit dem Kitsch-Argument zwischen Kunst und Nicht-Kunst trennte, konnte man den Nachweis an der Kunst selbst nicht führen. Der kritische Blick auf jene Urteile zeigt, dass der Kitsch nicht eindeutig am ästhetischen Gegenstand nachzuweisen ist.

Als Kitsch ausgewiesen! strebt sowohl eine theoretische Klärung des Kitschs als auch die diskursanalytische Untersuchung der feuilletonistischen Deutungskämpfe über die kulturelle Identität des wiedervereinten Deutschlands an, die zu großen Teilen über den Kitsch-Vorwurf abgewickelt wurden. Im Mittelpunkt steht der Kitsch als ästhetisches Phänomen, das sich aus ganz unterschiedlichen, oft außer-ästhetischen Urteilen speist. Anhand der vier Nachwendedebatten um den Berliner Schlossplatz, die Ostalgie, den Weimarer Bilderstreit und den deutsch-deutschen Literaturstreit werden das Verfahren und der Inhalt des Kitsch-Vorwurfs untersucht. Damit gerät genau der Vorwurf in den Blickpunkt, mit dem der Kulturkampf nach 1989 so prominent geführt wurde und in nicht unbeträchtlichem Maße das formte, was sich heute als nationale kulturelle Identität Deutschlands darstellt.
2014
Das Elend der Kritik wirft die Frage nach dem Verhältnis von Politik und Kunst neu auf und beantwortet sie durchaus ausgefallen: Die politische Perspektive wird dem künstlerischen Schaffen nicht als ein Attribut angeheftet und dabei als ein auswechselbares Sujet verstanden. Stattdessen zielt die herrschaftskritische Auseinandersetzung der ,ufo-Universität‘ auf praktische Umsetzung, die unter anderem auch künstlerische Mittel nutzt. Das Vorhaben der ,ufo-Universität‘, die künstlerische Praxis zu repolitisieren, ist keine Rhetorik, kein abgeklärt-ironischer Kommentar zur Welt, keine selbstgenügsame Geste künstlerischer Autonomie und keine nützliche Integrationsmaschine, sie ist politische Kritik.

Netzwerk:

Plot ist ein englischsprachiges Magazin zur kritischen Reflexion visueller Kultur im Allgemeinen und der Fotografie im Speziellen. Plot ist peer reviewed, die Autor*innen werden eingeladen.

    Sebastian Löwe hat Interesse an:

  • Publikationsmöglichkeit

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